Folge 289: Wie du in 50 Jahre Erfahrung in der Entwicklungsfinanzierung investierst

Folge 289: Wie du in 50 Jahre Erfahrung in der Entwicklungsfinanzierung investierst

Investor Stories Podcast

C2October 30, 202434 min
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Interview mit Jessica Bodmann In dieser Podcast-Folge haben wir zum allerersten mal eine Genossenschaft zu Gast und diese hat auch gleich eine spannende Geschichte. Seit fast 50 Jahren engagiert sich die internationale Genossenschaft Oikocredit und finanziert verschiedene Entwicklungsprojekte mit Krediten im globalen Süden in den Bereichen inklusives Finanzwesen, Landwirtschaft und erneuerbare Energien. Wie du diese Erfahrung für dich nutzen kannst, erfährst du in dieser Folge vom Investor Stories Podcast. Jetzt mit Oikocredit den sozialen und ökologischen Wandel vorantreiben (Werbepartner) Jetzt deine Altverträge überprüfen lassen bei ProLife (Werbepartner)

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Hallo und herzlich willkommen. Mein Name ist Tim Sänger und ich begrüße dich zu einer neuen Folge des Investor Stories Podcast. Erfahre von anderen Investoren, wie sie gestartet sind und welche Erfahrungen sie auf ihrem bisherigen Weg gemacht haben. Lasst dich von ihren Geschichten, Strategien und Vorgehen inspirieren und schreibe deine eigene Investor Story.

Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Folge des Investor Stories Podcast und heute haben wir mal wieder ein ganz anderes Thema dabei. Obwohl ganz anders ist es nicht, aber die Struktur hatten wir definitiv heute so noch nicht im Podcast. Es geht nicht um die Investor-Story einer Person, sondern im Endeffekt um die eines Unternehmens und die machen nicht einfach nur

Investments, sondern die bewegen tatsächlich auch was Positives in der Welt. Und worum es dabei geht, das verrät uns heute die gute Jessica. Herzlich willkommen im Podcast. Ja, vielen Danke für die Einladung, lieber Tim. Du bist Geschäftsführerin bei Eukochreaded.

Ich muss mir gleich mal sagen, ob ich das überhaupt so korrekt ausgesprochen habe. Ihr kommt ja, glaube ich, eigentlich aus den Niederlanden. Aber bevor wir da nochmal ein bisschen tiefer einsteigen, vielleicht mag ich kurz eine kleine Einleitung zu dir und dem Unternehmen geben.

Ja, sehr gerne. Mein Name ist Jessica Bodmann. Ich bin 40 Jahre alt, habe eine zweijährige Tochter und lebe in Frankfurt am Main. Ich bin seit vier Jahren bei Eukokredit Deutschland beschäftigt und seit zwei Jahren in der Rolle

der Geschäftsführerin hier tätig. Eukokredit ist eine internationale Genossenschaft. Du hast es schon gesagt, wir kommen ursprünglich aus den Niederlanden. In Amersfort ist unsere Zentrale.

Wir haben aber Büros in verschiedenen europäischen Ländern, unter anderem eben hier auch in Frankfurt und weitere Standorte in Deutschland. Und Eurokredit macht Impact Investments oder nachhaltige Geldanlage. Mit dem Geld unserer Anlegerinnen und Anleger finanzieren wir sozial orientierte Unternehmen

in Entwicklungs- und Schwellenländern und bewegen dadurch soziale und ökologische Veränderungen für wirtschaftlich benachteiligte Menschen. Ja, Genossenschaften kennt man in Deutschland am meisten wahrscheinlich von den Wohnungsbaugenossenschaften, die ja auch quasi von verschiedenen Leuten Geld einsammeln,

um damit Wohnungen zu bauen, meist auch kommunal orientiert. Und Volks- und Reifeisenbanken sind in der Regel auch in Deutschland genossenschaftlich organisiert. Ihr seid aber keine Bank.

Ihr seid quasi einfach ein normales Unternehmen mit der Rechtsform Genossenschaft sozusagen. Oder wie kann man sich das vorstellen? Ganz genau. Wir sind eine Genossenschaft.

Das ist die Niederländer, also eingetragen in den Niederlanden als Genossenschaft. und haben eine entsprechende genossenschaftliche Struktur mit Mitgliedern. Das sind Organisationen, also Privatmenschen können keine Direktmitglieder sein,

sondern das sind Organisationen, die unsere Genossenschaft tragen. Da haben wir über 200 auch weltweit, wir sind wie gesagt international aufgestellt. Und Privatanleger und Anlegerinnen können sich aber über sogenannte Förderkreise in Deutschland anderen Ländern auch einbringen in die Governance der Genossenschaft. Das ist ja das Prinzip von

Genossenschaften, dass die Investoren oder Mitglieder die Ausrichtung, Strategie und Governance mitbestimmen und das ist auch bei uns so der Fall. Also es ist sehr demokratisch ausgerichtet. Okay und dann stellt sich natürlich die Frage, wie sowas überhaupt zustande kommt, weil es jetzt ja nicht üblich ist, dass man sowas ja ebenso gründet. Da wird mich

Interessieren, wie ist es denn bei euch dazu gekommen, dass sich diese Leute zusammengeschlossen haben, um eben diesen Zweck zu verfolgen? Ja, das ist eigentlich eine ganz spannende Geschichte und zwar war das vor 50 Jahren, also wir sind schon lange dabei. Vor 50 Jahren gab es innerhalb der Kirche,

ganz ursprünglich mal eine Bewegung von jungen Menschen, die wollten, dass die Kirchen ihre liquiden Mittel, die sie hatten, verantwortungsvoll investieren. Und es gab es damals einfach nicht am Markt. Es gab kein verantwortungsvolles oder ethisches Finanzprodukt. Und diese jungen Menschen haben sich dann dafür eingesetzt und aus dieser Idee

wurde dann 1975 Eurokredit gegründet. Und ich finde es interessant, weil ich dadurch aus Parallelen sehe zu der Fridays for Future Bewegung und anderen jungen Bewegungen, die heute sehen, die Dinge verändern wollen, die uns wachrütteln, die auf Probleme hinweisen. Und Eukokredit wurde eben aus dieser ursprünglich kirchlichen Bewegung heraus gegründet. Wir sind

aber keine kirchliche Organisation. Wir haben kirchliche Mitglieder, aber auch sehr, sehr viele, nicht kirchliche und wir arbeiten nicht konfessionell. Wie bist du zu Eukokredit gekommen und wie lange bist du jetzt da schon aktiv und was hast du vielleicht früher gemacht? Bei Eurico Credit bin ich seit vier Jahren und davor war ich acht Jahre bei einem anderen

Asset Manager auch im Bereich Impact Investing hier in Frankfurt. Und ehrlich gesagt bin ich da so zufällig reingeraten. Ich bin ja eigentlich studiert geisteswissenschaftlerin und ... Da kommt die Verbindung zur Kirche.

Nee, gar nicht. Ich hab Politikwissenschaft und Islamwissenschaft studiert, also eher die Moschee als die Kirche. Und hab mein Auslandsjahr damals in Damascus Syrien verbracht und als ich dann auf Jobsuche war, meinte eine Freundin, du ich kenn da jemanden, die arbeitet bei so einem Fondsmanager in

Frankfurt und es gibt da so einen neuen Fonds und die wollen wirtschaftliche Entwicklung im Nahen Osten fördern. Und ich kann ja mal deinen Lebenslauf hinschicken. Naja und dann hab ich mich mit denen unterhalten und dann hab ich gesagt, ich hab keine

Ahnung von Bilanzen. Ich kenne keine Finanzen, aber ich kenne die Region. Ich kann ein bisschen arabisch und haben sie gemeint, du kannst ja mal ein Praktikum bei uns machen. Und so bin ich da reingekommen und ich fand das höchst spannend. Okay. Und ihr unterstützt diverse Impact-Projekte

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