CELPIP Writing Task 1: Die E-Mail-Vorlage fĂŒr CLB 9+
Eine prĂŒfungsfertige, Satz-fĂŒr-Satz-Vorlage fĂŒr CELPIP Writing Task 1. Zeitbudget, Tonkalibrierung, EinleitungssĂ€tze nach Aufgabentyp, Haupt- und Schlussteil-Muster, Wortzahl-Disziplin, Bewertungsfallen und drei vollstĂ€ndige Beispiele â Beschwerde, Anfrage, Entschuldigung.
1Was Task 1 wirklich prĂŒft (und wie bewertet wird)
CELPIP Writing Task 1 gibt dir ein kurzes Szenario und bittet dich, in 27 Minuten eine E-Mail von 150â200 Wörtern zu schreiben. Die Aufgabe ist stets praxisnah: eine Beschwerde, eine Anfrage, eine ErklĂ€rung, eine Entschuldigung, eine Einladung oder Anweisungen an eine vertraute Person.
Deine E-Mail wird nach vier Dimensionen bewertet, jeweils auf einer CLB-Stufe (M, 3 bis 12+): Inhalt/KohĂ€renz, Vokabular, Lesbarkeit (Gliederung, AbsĂ€tze, KohĂ€sion) und AufgabenerfĂŒllung (hast du jeden Punkt der Aufgabe angesprochen und den richtigen Ton getroffen). Die vier Bandwerte werden zum Writing-CLB gemittelt.
Das hĂ€ufigste MissverstĂ€ndnis: Diese Aufgabe belohnt kein ausgefallenes Vokabular und keine langen SĂ€tze. Sie belohnt eine klare, gut gegliederte E-Mail, die jeden Aufgabenpunkt adressiert und einen Ton trifft, der zur Beziehung zwischen Absender und EmpfĂ€nger passt. PrĂŒfungsteilnehmer, die âakademischâ klingen wollen, schneiden meist schlechter ab als solche, die eine glaubwĂŒrdige, gut strukturierte E-Mail schreiben.
Was der Bewerter in 60 Sekunden sucht: klare AbsĂ€tze, eine Einleitung, die den Zweck der E-Mail umreiĂt, ein Hauptteil, der jeden Aufgabenpunkt mit mindestens einem konkreten Detail behandelt, ein zum Einstieg passender Schluss, der richtige Ton und wenige Grammatikfehler. Muss ein Satz zweimal gelesen werden, gehen Punkte verloren.
2Das 27-Minuten-Zeitbudget â so aufteilen
Die meisten PrĂŒfungsteilnehmer geraten in Zeitnot, weil sie mit dem Schreiben beginnen, bevor sie den Text vollstĂ€ndig gelesen haben. Verwende diese Aufteilung jedes Mal.
Lies das Szenario zweimal. Erkenne beim zweiten Lesen (a) den EmpfĂ€nger und deine Beziehung zu ihm â Vorgesetzte/r, Freund/in, Nachbar/in, Kundendienst; (b) den Ton, der sich aus dieser Beziehung ergibt; (c) jeden Aufgabenpunkt oder Teilauftrag, den du erfĂŒllen musst. Viele Aufgaben verbergen drei TeilauftrĂ€ge in einem Absatz. Wird einer ĂŒbersehen, sinkt die AufgabenerfĂŒllung um eine ganze Stufe.
Schreibe auf dem Schmierzettel oben den EmpfĂ€nger und den Ton auf. Liste dann 3 Stichpunkte â einen pro Hauptabsatz. Jeder Stichpunkt sollte einem Teilauftrag der Aufgabe entsprechen. ErgĂ€nze unter jedem Stichpunkt ein konkretes Detail (einen Namen, ein Datum, eine Zahl, ein Beispiel). Konkrete Angaben sind es, die CLB 9 von CLB 7 unterscheiden.
Sechzehn Minuten fĂŒr etwa 180 Wörter sind komfortabel. Halte dich an die 8-Block-Vorlage (nĂ€chster Abschnitt). WĂ€hrend des Schreibens nicht editieren; einfach weiterschreiben. FĂ€llt ein Wort nicht ein, schreibe ein Synonym oder lasse einen Platzhalter und mache weiter.
FĂŒnf Minuten sind viel, wenn man weiĂ, worauf man achten muss. FĂŒhre die 60-Sekunden-SelbstprĂŒfung (Abschnitt 15) zweimal durch. Schwerpunkte: Subjekt-Verb-Kongruenz, Artikel (a/an/the), PrĂ€positionen, Tempuskonsistenz und ob der Schluss zum Einstieg passt.
Tip: Wenn du mit dem Schreiben bei Minute 18 fertig bist, beginne keinen vierten Absatz. Nutze die zusĂ€tzliche Zeit zum Korrekturlesen. Mehr Text fĂŒhrt meist zu mehr Fehlern.
3Die 8-Block-E-Mail-Vorlage (Satz fĂŒr Satz)
Lerne dieses GrundgerĂŒst auswendig. Es funktioniert fĂŒr fast jede Task-1-Aufgabe und bringt dich ganz natĂŒrlich in den Bereich von 150â200 Wörtern.
Formell: âDear Mr. Davies,â / âDear Sir or Madam,â. Halbformell: âHello Sarah,â. Freundlich: âHi Mark,â. Passe es der in der Aufgabe angegebenen Beziehung an. Verwende nie âTo whom it may concernâ, wenn die Aufgabe den EmpfĂ€nger namentlich nennt.
Nenne sofort den Zweck deiner E-Mail. âI am writing to...â / âI hope this message finds you well â I'm writing because...â / âI wanted to reach out about...â. Beginne nicht mit dem Wetter, Höflichkeiten oder persönlichen Informationen.
Eine Zeile, die dem Leser den nötigen Hintergrund vermittelt. âLast Saturday, I bought a kettle from your store on King Street.â Am Ende von Absatz 1 sollte der Bewerter die Situation verstehen.
Erster Teilauftrag der Aufgabe. Themensatz + ein konkretes Detail + eine Folge oder ein Beispiel. Knapp halten.
Zweiter Teilauftrag. Gleiche Struktur. Verwende einen Ăbergang wie âIn addition,â / âOn top of that,â / âAnother thing is thatâ.
Dritter Teilauftrag. Ăberleite mit âFinally,â / âLast,â / âTo make matters worse,â. Hier fordert die Aufgabe oft dazu auf, eine Bitte zu Ă€uĂern, eine Lösung vorzuschlagen oder Erwartungen zu formulieren.
Teile dem Leser mit, was du als NĂ€chstes erwartest. âI would appreciate a reply by Friday.â / âLet me know what works for you.â / âPlease contact me at the number below.â Der Schluss muss zum Zweck der Einleitung passen.
Formell: âSincerely,â / âBest regards,â. Halbformell: âBest,â / âKind regards,â. Freundlich: âThanks,â / âTalk soon,â. Dann dein Vorname (formell: vollstĂ€ndiger Name).
Tip: Gesamt: 8 Blöcke â 1 + 1 + 1 + 3 + 3 + 3 + 1 + 1 = ~13 SĂ€tze â 170 Wörter. Die Bandanforderung wird ganz natĂŒrlich erfĂŒllt, ohne dass aufgefĂŒllt werden muss.
4Tonkalibrierung: formell, halbformell, freundlich
Ein falscher Ton ist der hÀufigste Fehler in Task 1. Lies die Aufgabe, erkenne die Beziehung und lege den Ton fest, bevor du auch nur ein Wort schreibst.
VollstĂ€ndige Anrede (âDear Mr. Davies,â), keine Kontraktionen (âI amâ, nicht âI'mâ), lĂ€ngere SĂ€tze, abgeschwĂ€chte Sprache (âI would appreciate it if you could...â), keine Ausrufezeichen. Abschluss: âSincerely,â / âBest regards,â.
Anrede mit Vornamen (âHello Sarah,â), einige Kontraktionen sind in Ordnung, Mix aus kurzen und lĂ€ngeren SĂ€tzen, höflich, aber wĂ€rmer (âCould you let me know if...â), ein Ausrufezeichen erlaubt. Abschluss: âBest,â / âKind regards,â.
âHi Mark,â / âHey Sam,â. Kontraktionen ĂŒberall, kĂŒrzere SĂ€tze, idiomatische Sprache (âby the wayâ, âout of nowhereâ), Fragen und Ausrufe sind natĂŒrlich. Abschluss: âThanks,â / âTalk soon,â / âCheers,â.
Töne nicht vermischen. âDear Mark, I'm so excited!! Please be advised that...â wirkt inkohĂ€rent. Einen Stil wĂ€hlen und von Anfang bis Ende dabei bleiben.
Schnelltest: Lies deinen Entwurf laut vor. WĂŒrde ein echter Freund das nicht so sagen, bist du fĂŒr eine freundliche Aufgabe zu formell. WĂŒrdest du es in einem Meeting mit Fremden nicht sagen wollen, bist du fĂŒr eine formelle Aufgabe zu lĂ€ssig.
5Der Einleitungssatz â 5 Muster nach Aufgabentyp
Der Einleitungssatz legt den Zweck fĂŒr den Bewerter fest. Verwende das Muster, das zum Aufgabentyp passt.
âI am writing to express my dissatisfaction with [Produkt/Dienstleistung] that I [bought/used/experienced] on [Datum].â Varianten: âI would like to bring a serious issue to your attention regarding...â
âI am writing to request [Sache], which I will need by [Datum] for [Grund].â Varianten: âI would like to ask whether it might be possible to...â
âI am writing to apologise for [Ereignis] and to explain what happened.â Varianten: âI owe you an apology for...â
âI'd like to invite you to [Veranstaltung] on [Datum] at [Ort], and I hope you'll be able to join us.â Varianten: âI'm putting together a small [Veranstaltung] and I'd love for you to come.â
âI'm sending you a quick note about [Thema] so you know what to expect when [you arrive / it happens / you start].â Varianten: âJust a heads-up that...â
Tip: Vermeide âHow are you?â / âI hope you're well.â als Einstieg in formellen oder halbformellen E-Mails â sie etablieren keinen Zweck. Spare die WĂ€rme fĂŒr den Schluss auf.
6Der Hauptteil â so liefert man 3 konkrete Details
Der schnellste Weg, Task 1 von CLB 7 auf CLB 9 zu heben, ist das HinzufĂŒgen konkreter Angaben. Konkrete Angaben sind Substantive und Zahlen, die sich ein Bewerter vorstellen kann.
Regel: Jeder Hauptabsatz braucht mindestens eine konkrete Angabe. Ein Name (âthe cashier, Tomâ), ein Datum (âlast Tuesday morningâ), eine Zahl (âthe third call this weekâ), ein Ort (âthe corner of Main and 7thâ) oder ein Zitat (âshe told me, 'It's not our problem'â).
Jeder Absatz beginnt mit einem Themensatz â einer einzelnen Zeile, die das Problem oder die Anfrage benennt. Erst der Themensatz, dann der Beleg. Das ist die Reihenfolge, die Bewerter erwarten.
Verwende am Anfang von Absatz 2 und 3 ein Ăbergangswort, damit die Struktur sichtbar wird. Gut: âIn addition,â / âOn top of that,â / âAnother concern isâ / âFinally,â. Vermeiden: âAndâ / âAlsoâ am Satzanfang in formellen E-Mails â das wirkt informell.
Vage: âThe product was bad and didn't work.â Konkret: âThe kettle stopped heating after the second use, and the base now leaks water onto the counter.â Die konkrete Version ist kaum lĂ€nger, liest sich aber auf einem deutlich höheren Niveau.
Tip: FĂ€llt dir im Moment kein konkretes Detail ein, erfinde ein glaubwĂŒrdiges. CELPIP Task 1 ist fiktiv â Bewerter ĂŒberprĂŒfen keine Fakten.
7Schluss und Abschlussformel â zum Ton passend
Der Schluss sollte die Frage âWas soll der Leser als NĂ€chstes tun?â beantworten und zum Ton der Einleitung passen.
Beschwerde: âI would appreciate a refund or replacement within 7 business days. Please confirm receipt of this email.â / âPlease let me know how you intend to resolve this.â
Anfrage: âI would be grateful for your help. Please let me know if any information is missing.â / âCould you confirm whether this is possible by Friday?â
Entschuldigung: âOnce again, I'm very sorry, and I'll make sure this doesn't happen again.â / âPlease let me know how I can make this right.â
Einladung: âLet me know by [Datum] whether you can make it. I really hope you can!â / âI'd love to see you there.â
Anweisungen: âLet me know if anything is unclear.â / âText me when you arrive.â
Ein hĂ€ufiger Fehler ist eine einwandfreie formelle Einleitung mit einem lĂ€ssigen Schluss â âSincerely, Sarahâ ohne jeglichen Schlusssatz. FĂŒge immer einen Schlusssatz vor der Abschlussformel ein.
8Wortzahl-Disziplin: Warum 150â200 der optimale Bereich ist
CELPIP gibt âungefĂ€hr 150â200 Wörterâ vor. Zu wenig oder zu viele kosten Punkte â aus unterschiedlichen GrĂŒnden.
Unter 150: Bewerter stufen die E-Mail als unterentwickelt ein. Wahrscheinlich wurde ein Teilauftrag ĂŒbersprungen oder jeder Hauptpunkt nicht ausreichend ausgefĂŒhrt. AufgabenerfĂŒllung und Inhalt/KohĂ€renz sinken beide.
Ăber 220: Bewerter sehen FĂŒllmaterial. Wiederholte Ideen, FĂŒllphrasen oder ein vierter Hauptpunkt, nach dem nicht gefragt wurde. Mehr Text bedeutet mehr Grammatikfehler, was Vokabular und Lesbarkeit drĂŒckt.
Optimaler Bereich: 165â195 Wörter. Die 8-Block-Vorlage fĂŒhrt automatisch dorthin.
Schnelle WortzĂ€hlung am PrĂŒfungstag: eine Zeile der getippten E-Mail abzĂ€hlen (~12 Wörter), dann mit der Anzahl der vollstĂ€ndigen und unvollstĂ€ndigen Zeilen multiplizieren. Keine Zeit mit Wort-fĂŒr-Wort-ZĂ€hlen verschwenden.
Zu viele Wörter: zuerst Adjektive und Adverbien kĂŒrzen (âveryâ, âreallyâ, âquiteâ, âactuallyâ), dann wiederholte Ideen streichen, dann zwei kurze SĂ€tze zu einem zusammenfassen.
Zu wenige Wörter: einem Hauptabsatz ein konkretes Detail hinzufĂŒgen (ein Datum, einen Namen, ein Zitat) â niemals einen vierten Absatz hinzufĂŒgen.
9Grammatische Abwechslung, die die Bewertung hebt
Bewerter belohnen Abwechslung, keine KomplexitÀt. Eine 165-Wörter-E-Mail mit drei verschiedenen Satzstrukturen und zwei Tempora bekommt mehr Punkte als derselbe Inhalt in 12 einfachen SÀtzen.
Angestrebte Mischung in 13 SĂ€tzen: 6 einfache, 4 zusammengesetzte (verbunden mit and/but/so), 3 komplexe (mit because, although, since, when, if). Ein Konditionalsatz (âIf this isn't resolved soon, I will need to...â) und ein Passivsatz (âI was told that...â) signalisieren fortgeschrittene Grammatik, ohne ĂŒbertrieben zu wirken.
Tempuskonsistenz ist wichtig. Vergangenheit fĂŒr Ereignisse, die stattgefunden haben; Present Perfect fĂŒr Ereignisse mit gegenwĂ€rtiger Relevanz (âI have called twice alreadyâ); Zukunft fĂŒr Erwartungen (âI will follow up on Fridayâ). Unmotivierter Tempuswechsel schadet der KohĂ€renz.
Subjekt-Verb-Kongruenz ist die hĂ€ufigste Fehlerquelle unter PrĂŒfungsbedingungen. âThe team have decidedâ (britisch / kollektiv) vs. âThe team has decidedâ (amerikanisch) â eines wĂ€hlen und konsistent bleiben. âEach of the items isâ (Singular), âThe items areâ (Plural).
Artikel (a/an/the) werden sichtbar bewertet. Drei schnelle Regeln: âa/anâ beim ersten ErwĂ€hnen eines zĂ€hlbaren Substantivs, âtheâ beim zweiten Mal. âTheâ vor einzigartigen Dingen (âthe managerâ, âthe front doorâ). Kein Artikel vor allgemeinen Pluralen (âcustomers expectâ, nicht âthe customers expectâ).
10Vokabular-Upgrades â schwache Verben durch starke ersetzen
Schwache Verben verraten CLB 6â7 am schnellsten. Ersetze sie durch stĂ€rkere und dein Vokabular-Band steigt um eine halbe bis eine ganze Stufe.
Schwach: âI got the package.â Stark: âI received the package.â / âI was given the package.â
WĂ€hle das Verb, das zur Sprechhandlung passt. âHe explained that...â trĂ€gt mehr Bedeutung als âhe said that...â
âI will do the reportâ â âI will complete the report.â âWe did a meetingâ â âWe held a meeting.â
âThere were a lot of mistakesâ â âThere were several mistakesâ / âThere were a number of mistakes.â
âThe service was badâ â âThe service was disappointingâ / âThe service was unacceptable.â
âvery tiredâ â âexhaustedâ. âvery angryâ â âfuriousâ. âvery importantâ â âcrucialâ. âvery smallâ â âtinyâ. Ein prĂ€zises Wort schlĂ€gt zwei schwache.
Tip: Nicht ĂŒbertreiben. Zwei bis drei Vokabular-Upgrades pro E-Mail sind die richtige Dosis. Zwölf Upgrades auf 165 Wörter wirkt wie ein Thesaurus, nicht wie eine natĂŒrliche Person.
11Sechs Bewertungsfallen, die CLB still senken
Jeder Task-1-Bewerter sieht dieselben immer wiederkehrenden Fehler. Alle sechs vermeiden und du bist bereits in den besten 30 %.
Hat die Aufgabe drei Stichpunkte, muss deine E-Mail alle drei ansprechen. Ein fehlender Stichpunkt = eine volle Stufe weniger bei der AufgabenerfĂŒllung. Markiere jeden Stichpunkt in der Aufgabe, bevor du anfĂ€ngst zu schreiben.
âHey John!! Please be advised that...â vermischt freundliche Anrede mit förmlichem Textkörper. Einen Ton wĂ€hlen und ĂŒber alle 8 Blöcke dabei bleiben.
âThe product was bad. The service was bad. I want a refund.â Der Bewerter kann sich nichts vorstellen. Mindestens eine konkrete Angabe (Name, Datum, Ort) pro Hauptabsatz einbauen.
Selbst bei hervorragendem Inhalt senkt ein Textblock die Lesbarkeit um eine ganze Stufe. Immer: Anrede, Einleitungsabsatz (1â2 SĂ€tze), 3 HauptabsĂ€tze, Schlusssatz, Abschlussformel. Sichtbare Struktur bringt Punkte.
Nicht die Aufgabe zitieren: âYour friend Maria is moving and you want to ask her about the new job.â Bewerter ziehen dafĂŒr Punkte ab. Umformulieren und dann eigenen Kontext hinzufĂŒgen.
Direkt vom letzten Hauptabsatz zu âSincerely, Sarahâ zu springen wirkt unfertig. Immer einen Schlusssatz einbauen, der angibt, was du als NĂ€chstes erwartest.
12Beispiel A â Beschwerde-E-Mail (172 Wörter)
Aufgabe: Du hast letzte Woche einen Wasserkocher in einem Online-Shop gekauft, der beim zweiten Benutzen kaputt gegangen ist. Schreibe an den Kundendienst, um (1) das Problem zu schildern, (2) zu erklÀren, warum es ein Problem darstellt, und (3) eine Lösung zu fordern.
Dear Customer Service Team, I am writing to express my dissatisfaction with a kettle I purchased from your online store on April 14th (Order #58213). The kettle stopped heating during its second use, just six days after delivery. The base now leaks a small amount of water onto the counter every time I plug it in, which I consider a safety concern. In addition, this is the second appliance I have had to return from your store this year. The previous order, a toaster, was replaced quickly, but I had hoped not to repeat the experience so soon. Finally, I rely on a working kettle every morning, and the one I bought is now unusable after less than a week. I would appreciate either a full refund to my original payment method or a replacement unit shipped this week. Please confirm by Friday how you intend to resolve this issue. Sincerely, Sarah Khan
Hinweise: 172 Wörter, 8-Block-Struktur erkennbar, drei konkrete Angaben (Datum, Bestellnummer, genanntes GerÀt), durchgehend formeller Ton, Schluss entspricht dem Zweck der Beschwerde-Einleitung, Abschlussformel mit vollstÀndigem Namen (formell).
13Beispiel B â Anfrage-E-Mail (178 Wörter)
Aufgabe: Du benötigst ein Empfehlungsschreiben von einem frĂŒheren Vorgesetzten fĂŒr eine Bewerbung. Schreibe ihm/ihr. ErwĂ€hne (1) was du brauchst, (2) bis wann du es brauchst, und (3) alle Details, die beim Verfassen helfen.
Hello Mr. Patel, I hope you've been well. I'm writing to ask whether you would be willing to write a reference letter for me for a job I'm applying to next week. The role is a Senior Operations Coordinator position at GreenLeaf Logistics, and the deadline for application is Wednesday, May 6th. The hiring team has asked for one professional reference from my most recent manager, which is why I'm reaching out to you. If it would help, I can send you the job description and a short summary of the projects we worked on together â particularly the Q3 inventory rollout and the new vendor onboarding process â so you don't have to recall the details from memory. I know your schedule is busy, so please let me know by this Friday whether you're able to take this on. If not, I completely understand and will look for another option. Thank you very much for considering it. Best regards, Lin Chen
Hinweise: 178 Wörter, halbformeller Ton (Vorname, höfliche AbschwÀchung), konkrete Angaben umfassen Berufsbezeichnung, Unternehmen, Frist, zwei Projektnamen; der Schluss bietet einen Ausweg an ("if not, I completely understand"), was Bewerter als fortgeschrittene Höflichkeit werten.
14Beispiel C â Entschuldigungs-/ErklĂ€rungsmail (164 Wörter)
Aufgabe: Du hast das Geburtstagsdinner eines Freundes verpasst, ohne Bescheid zu geben. Schreibe ihm/ihr, um (1) dich zu entschuldigen, (2) zu erklÀren, was passiert ist, (3) vorzuschlagen, wie du es wiedergutmachen kannst.
Hi Mark, I'm so sorry for missing your birthday dinner on Saturday â and even more sorry for not letting you know I couldn't make it. What happened was that my mom had a fall on Saturday afternoon and I drove her to the hospital. By the time the doctor sent us home, it was almost midnight and my phone had died in the car. She's okay now, just bruised, but I should have asked someone to message you from a different phone. I know that doesn't undo missing your night, and I feel terrible about it. To make it up to you, I'd love to take you out for dinner this Saturday at that ramen place on College Street you've been wanting to try â my treat. Let me know if Saturday works, or pick any night that suits you better. Sorry again, Mark. You deserved better from me. Thanks, Dan
Hinweise: 164 Wörter, freundlicher Ton (Kontraktionen, kurze SĂ€tze, genanntes Restaurant), aufrichtige Entschuldigung vor der ErklĂ€rung, Wiedergutmachungsvorschlag ist konkret und spezifisch, Schluss wiederholt die Entschuldigung auf natĂŒrliche Weise.
15Die 60-Sekunden-SelbstprĂŒfung
FĂŒhre diese 6-Punkte-PrĂŒfung nach dem Schreiben zweimal durch. Sechzig Sekunden pro Durchgang reichen, um die meisten punktekillenden Fehler zu finden.
- Habe ich jeden Stichpunkt der Aufgabe abgedeckt? (Aufgabe nochmal lesen und jeden Punkt gegen meine E-Mail abhaken.)
- Ist mein Ton von der Anrede bis zur Abschlussformel konsistent? Kein Formell-Freundlich-Mix.
- Hat jeder Hauptabsatz mindestens eine konkrete Angabe (Name, Datum, Zahl, Ort, Zitat)?
- Ist meine Struktur erkennbar? Anrede + Einleitung + 3 HauptabsĂ€tze + Schlusssatz + Abschlussformel â mindestens fĂŒnf AbsatzumbrĂŒche.
- Subjekt-Verb-Kongruenz, Artikel (a/an/the) und Tempuskonsistenz â jeweils einmal prĂŒfen.
- Wortzahl zwischen 150 und 200? Zuerst Adverbien kĂŒrzen, wenn zu viel; konkrete Angabe hinzufĂŒgen, wenn zu wenig.
Tip: Versuche in den letzten 5 Minuten keine SĂ€tze umzuschreiben. Du produzierst neue Fehler schneller, als du alte behebst. Korrigiere nur, was eindeutig falsch ist.
HĂ€ufig gestellte Fragen
Nein. CELPIP Task 1 beginnt mit der Anrede und endet mit der Abschlussformel. Eine Betreffzeile ist optional und wird von den meisten PrĂŒfungsteilnehmern weggelassen. Nutze die Zeit lieber, um einem Hauptabsatz eine konkrete Angabe hinzuzufĂŒgen.
In vollstĂ€ndig formellen E-Mails ("Dear Mr. Davies") vermeiden. In halbformellen ("Hello Sarah") sind sie in Ordnung, in freundlichen ("Hi Mark") werden sie erwartet. Fehl am Platz eingesetzte Kontraktionen verraten einen falschen Ton â Bewerter bemerken das.
Bis etwa 220 ist in der Regel in Ordnung, wenn jedes Wort seinen Platz verdient. DarĂŒber verliert man Punkte durch FĂŒllmaterial und angesammelte Grammatikfehler. Zuerst Adjektive, Adverbien und wiederholte Ideen kĂŒrzen.
Lerne das 8-Block-GrundgerĂŒst und die 5 Einleitungsmuster auswendig. Ganze HauptabsĂ€tze nicht auswendig lernen â Bewerter erkennen vorgefertigte Phrasen und ziehen dafĂŒr Punkte ab. Deine konkreten Angaben mĂŒssen aus der Aufgabe kommen, nicht aus einem auswendig gelernten Text.
Schreibe zwei Wochen lang alle zwei Tage eine Task-1-E-Mail unter Zeitdruck (27 Minuten, kein Wörterbuch). Verwende Aufgaben aus offiziellen CELPIP-Ăbungstests oder Beispielaufgaben aus dem Internet. FĂŒhre danach die 60-Sekunden-SelbstprĂŒfung durch und schreibe die E-Mail ein zweites Mal neu, wobei du nur die gefundenen Fehler behebst. Das Umschreiben ist der eigentliche Lernmoment.
Nein â Bewerter achten darauf, ob die E-Mail fĂŒr die Aufgabe funktioniert, nicht darauf, ob eine Vorlage verwendet wurde. Die 8-Block-Struktur ist ein GrundgerĂŒst, kein Skript. Dein Inhalt fĂŒllt es jedes Mal anders, sodass jede E-Mail frisch wirkt.
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