Englische Zeitformen üben: 60 Übungen mit Lösungen
60 Übungen zu den englischen Zeitformen, mit Lösungen und jeweils einer Begründung in einem Satz — sortiert nach den sechs Gegensatzpaaren, an denen Deutschsprachige wirklich scheitern.

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Videobibliothek öffnen1So arbeitest du mit diesen 60 Übungen
Diese Seite erklärt das englische Zeitformensystem nicht noch einmal. Sie lässt dich damit arbeiten. Sechzig Sätze, jeder mit einer Lösung und einer Begründung in einem Satz, und alle sechzig treffen genau die Stellen, an denen Deutsch und Englisch auseinanderlaufen.
Wenn dir die Übersicht fehlt — alle zwölf Zeiten mit Formel, Signalwörtern und Beispiel — lies zuerst unsere Zeitformen-Übersicht. Diese Seite hier setzt voraus, dass du die Formen schon gesehen hast, und fragt nur noch: Welche gehört in diesen Satz, und warum?
Sechzig Übungen an einem Abend bringen weniger als sechs Abende mit je zehn. Die Gruppen sind absichtlich so geschnitten, dass eine Gruppe eine Sitzung ist.
2Warum genau diese sechs Gegensatzpaare
Deutschsprachige machen im Englischen keine zufälligen Zeitformenfehler. Sie machen immer dieselben sechs, und jeder davon hat eine klare Ursache: An dieser Stelle trifft das Deutsche eine Unterscheidung nicht, die das Englische erzwingt — oder umgekehrt.
Die sechs Gruppen ab hier folgen genau dieser Liste. Jede beginnt mit dem Unterschied in zwei Sätzen, dann kommen die Übungen, dann die Lösungen mit Begründung.
Du übst hier nicht zwölf Zeitformen. Du übst sechs Entscheidungen — und jede einzelne ist eine Stelle, an der dein Deutsch dir etwas Falsches einflüstert.
3Present Simple oder Present Continuous — Übungen 1 bis 10
Deutsch hat eine Gegenwartsform, Englisch zwei. "Ich arbeite bei einer Spedition" und "Ich arbeite gerade" sind im Deutschen derselbe Satzbau, im Englischen "I work for a freight company" und "I am working right now". Die Frage lautet deshalb nie "Was heißt arbeiten?", sondern: Ist es eine Regel oder eine Momentaufnahme?
Present Simple steht für Gewohnheiten, Tatsachen, Fahrpläne und alles, was dauerhaft gilt. Present Continuous steht für das, was jetzt läuft, für vorübergehende Zustände und — zusammen mit "always" — für Ärger. Zustandsverben wie know, want, believe, understand, belong und own bleiben außen vor: Sie beschreiben keinen Vorgang und nehmen deshalb keine -ing-Form.
Übungen 1 bis 10: Setze das Verb in die richtige Gegenwartsform.
Lösungen 1 bis 10
Der schnellste Test: Kannst du "gerade" in den deutschen Satz einsetzen, ohne dass er komisch klingt? Dann brauchst du im Englischen fast immer die -ing-Form.
4Present Perfect oder Past Simple — Übungen 11 bis 22
Das ist der große Klassiker. Im gesprochenen Deutsch ist das Perfekt die normale Vergangenheitsform, und es verträgt problemlos eine abgeschlossene Zeitangabe: "Ich habe ihn gestern gesehen." Wer das übersetzt, schreibt "I have seen him yesterday" — und liegt falsch. Englisch verbietet die Kombination aus Present Perfect und abgeschlossener Zeit.
Die Entscheidungsfrage lautet nicht "Wann ist es passiert?", sondern: Ist der Zeitraum, in dem es passiert ist, schon zu Ende? "Yesterday", "last Monday", "in 2019", "two weeks ago" sind zu Ende — Past Simple. "Today", "this year", "since March", "ever", "yet", "already", "so far" sind offen oder reichen bis in die Gegenwart — Present Perfect.
Übungen 11 bis 22: Present Perfect oder Past Simple?
Lösungen 11 bis 22
Wenn im Satz ein Wort steht, das einen abgeschlossenen Zeitraum benennt, ist Present Perfect ausgeschlossen — egal, wie nah das Ereignis liegt. "I have seen him five minutes ago" ist genauso falsch wie mit "yesterday".
5Present Perfect, Present Perfect Continuous und since/for — Übungen 23 bis 32
Das deutsche "seit" macht hier gleich zwei Probleme. Erstens steht es mit dem Präsens: "Ich warte seit Dienstag" — englisch "I have been waiting since Tuesday". Zweitens deckt ein einziges deutsches Wort ab, wofür Englisch zwei hat: "since" für einen Startpunkt (since Tuesday, since 2014, since breakfast) und "for" für eine Dauer (for three years, for six months, for an hour).
Dazu kommt die Wahl zwischen den beiden Perfect-Formen. Present Perfect betont ein Ergebnis oder eine Menge: "She has written six emails." Present Perfect Continuous betont, dass die Tätigkeit läuft oder eben erst aufgehört hat und Spuren hinterlassen hat: "She has been writing emails all morning." Zustandsverben bleiben auch hier bei der einfachen Form.
Übungen 23 bis 32: Ergänze die Verbform, und wo eine zweite Lücke steht, auch since oder for.
Lösungen 23 bis 32
Eine Faustregel für since und for: Kannst du das deutsche "seit" durch "seit dem Zeitpunkt" ersetzen, ist es "since". Passt "seit einer Zeitspanne von", ist es "for".
6Past Simple oder Past Perfect — Übungen 33 bis 42
Das Plusquamperfekt existiert im Deutschen, wird im Alltag aber oft eingespart, weil "vorher", "schon" und "danach" die Reihenfolge ohnehin klarmachen: "Als wir ankamen, hatte die Sitzung schon angefangen" sagt man — "fing schon an" aber auch. Englisch ist an dieser Stelle strenger.
Die Regel ist schlicht: Wenn zwei Ereignisse in der Vergangenheit liegen und du die Reihenfolge markieren willst, steht das frühere im Past Perfect (had + Partizip) und das spätere im Past Simple. Wenn die Ereignisse einfach nacheinander erzählt werden, bleibt alles im Past Simple — ein Past Perfect, das keine Vorzeitigkeit ausdrückt, ist ein Fehler, kein Stilmittel.
Übungen 33 bis 42: Past Simple oder Past Perfect?
Lösungen 33 bis 42
Signalwörter, die fast immer ein Past Perfect nach sich ziehen: by the time, before, after, as soon as, already, never ... before. Steht keines davon da, reicht meistens Past Simple.
7will, going to oder Present Continuous — Übungen 43 bis 52
Für die Zukunft nimmt Deutsch in den meisten Fällen einfach das Präsens: "Ich rufe dich morgen an", "Wir treffen uns am Freitag", "Mein Flug landet um 7:15". Das Futur mit "werden" ist die Ausnahme, nicht die Regel. Englisch hat dafür drei Formen, die nicht austauschbar sind — und das bloße Präsens ist nur für Fahrpläne erlaubt.
Die Aufteilung: "will" für spontane Entscheidungen, Versprechen und reine Vorhersagen. "going to" für Absichten, die schon vor dem Gespräch feststanden, und für Vorhersagen mit sichtbarem Beleg. Present Continuous für feste Verabredungen mit Zeit und Ort. Present Simple nur für Fahr- und Flugpläne und feste Programme.
Übungen 43 bis 52: Wähle die passende Zukunftsform. Bei der letzten Übung korrigierst du den Satz.
Lösungen 43 bis 52
Wenn der Termin schon in deinem Kalender steht, nimm Present Continuous. Wenn du ihn gerade beschlossen hast, nimm "will". Wenn du ihn vorgestern beschlossen hast, nimm "going to".
8if-Sätze und der würde-Fehler — Übungen 53 bis 60
Im Deutschen darf die würde-Form in beiden Hälften des Bedingungssatzes auftauchen. "Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich mehr lesen" ist die gepflegte Form, aber "wenn ich mehr Zeit haben würde" hört man ständig, und Sprachratgeber halten fest, dass die würde-Konstruktion immer häufiger verwendet wird. Genau diese Gewohnheit wandert ins Englische aus — und dort ist "If I would have more time" einfach falsch.
Die vier Muster, die du brauchst: Zero Conditional (if + Present, Present) für immer gültige Tatsachen. First Conditional (if + Present, will + Grundform) für reale Bedingungen. Second Conditional (if + Past Simple, would + Grundform) für unwahrscheinliche. Third Conditional (if + Past Perfect, would have + Partizip) für das, was nicht mehr zu ändern ist. In keinem einzigen steht "will" oder "would" hinter "if".
Derselbe Fehler taucht übrigens nach "when", "as soon as", "before" und "until" auf: Deutsch sagt "Wenn du ankommst" und denkt Zukunft mit, Englisch sagt "When you arrive" und verbietet "will".
Übungen 53 bis 60: Setze die richtige Form ein — bei den Sätzen in Anführungszeichen korrigierst du.
Lösungen 53 bis 60
Merksatz für die Prüfung: Nach "if" kein "will", nach "if" kein "would". Die einzige Ausnahme ist die höfliche Bitte — "If you would kindly sign here" — und die begegnet dir in einer Grammatikübung nie.
9Auswertung: was deine Fehler über dein Englisch verraten
Zähle deine Fehler pro Gruppe, nicht insgesamt. Die Gesamtzahl sagt dir nur, wie gut dein Abend war; die Verteilung sagt dir, was du als Nächstes üben musst.
Mehr als zwanzig Fehler insgesamt heißt nicht, dass du die Zeitformen nicht kannst. Es heißt, dass du sie einzeln gelernt hast und nie gegeneinander.
10Wie man eine Zeitform übt, statt sie anzukreuzen
Lückentexte prüfen, ob du eine Regel erkennst. Sie prüfen nicht, ob du die Form benutzt, wenn niemand dich darauf hinweist. Der Weg von der einen zur anderen Fähigkeit geht über eigene Sätze und über echtes Englisch.
Zehn eigene Sätze, laut gesprochen, wirken mehr als hundert weitere Lücken. Der Test für eine Zeitform ist nicht, ob du sie erkennst, sondern ob sie dir herausrutscht, ohne dass du nachdenkst.
11Zeitformen im echten Englisch üben — mit FlexiLingo
Der letzte Schritt findet nicht mehr in einer Übung statt. In echtem Englisch wechseln die Zeitformen innerhalb eines Absatzes: Past Simple für die Geschichte, Present Perfect für das, was daraus folgt, Present Continuous für das, was gerade läuft. Genau dieses Wechseln muss man hören, nicht lernen.
Du siehst jeden Satz mitlaufen, während er gesprochen wird. "I've been working on it" fällt im Text auf, im reinen Hören nicht — und genau diese Formen überhört man sonst jahrelang.
Wenn dir ein Satz begegnet, der eine der sechs Entscheidungen aus diesem Artikel zeigt, speicherst du ihn mit dem ganzen Kontext — Satz, Audio, Zeitstempel. So wächst deine eigene Beispielsammlung aus Material, das du wirklich gehört hast.
Inhalte sind von A1 bis C2 eingestuft. Auf A2 begegnest du überwiegend Present und Past Simple, auf B1 und B2 kommen Present Perfect und Past Continuous dazu, auf C1 die Perfect-Formen der Zukunft — dein Hörmaterial wächst mit deinem Niveau.
Gespeicherte Sätze kommen im richtigen Abstand zurück. Statt eine Regel dreimal zu lesen, begegnest du derselben Konstruktion dreimal über drei Wochen verteilt — und das ist der Unterschied zwischen erkennen und können.
Häufig gestellte Fragen
Ja. Alle 60 Übungen haben eine Lösung, und zu jeder Lösung steht eine Begründung in einem Satz — nicht nur die richtige Form, sondern der Grund, warum die andere Form hier nicht geht. Die Lösungen stehen jeweils direkt unter der Übungsgruppe, damit du eine Gruppe komplett lösen kannst, bevor du nachsiehst.
Weil das deutsche Perfekt und das englische Present Perfect trotz gleicher Bauweise verschiedene Aufgaben haben. Das deutsche Perfekt ist im gesprochenen Deutsch die normale Vergangenheitsform und verträgt jede Zeitangabe. Das englische Present Perfect verbindet die Vergangenheit mit der Gegenwart und ist deshalb mit einem abgeschlossenen Zeitraum unvereinbar. Sobald "yesterday", "last week", "in 2019" oder "two hours ago" im Satz steht, brauchst du Past Simple: "I saw him yesterday."
"since" steht vor einem Startpunkt: since Monday, since 2014, since breakfast, since I moved here. "for" steht vor einer Zeitspanne: for two days, for three years, for ten minutes. Der deutsche Grund für die Verwechslung ist, dass "seit" beides abdeckt — "seit 2014" und "seit drei Jahren" sehen im Deutschen gleich aus. Und weil das Deutsche bei "seit" im Präsens bleibt, wechselt man im Englischen oft die Zeitform nicht mit: Es heißt "I have lived here since 2020", nicht "I live here since 2020".
Im Standardenglisch nicht. "If I would have more time" und "If I would have known" sind Fehler; richtig sind "If I had more time" und "If I had known". Die einzige Ausnahme ist die höfliche Bitte ("If you would follow me, please"), und die kommt in Übungen nicht vor. Der Fehler ist so häufig, weil im Deutschen "wenn ich mehr Zeit haben würde" umgangssprachlich durchgeht.
Gruppe 2, Present Perfect gegen Past Simple, und danach Gruppe 5, die Zukunftsformen. Diese beiden Fehler fallen im Gespräch und in jeder Prüfung am schnellsten auf, weil sie in fast jedem zweiten Satz vorkommen können. Die Zustandsverben aus Gruppe 1 und die if-Sätze aus Gruppe 6 sind schneller zu reparieren, weil es dort jeweils nur eine Regel zu merken gibt.
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